CO₂-Emissionen in Bebauungsplänen und kommunalen Bauprojekten – Modellierung für Umweltgutachten der Stadt Weinheim
Klimafolgenbewertung als Entscheidungsgrundlage für die Gewerbegebietsentwicklung in Weinheim
Kommunen stehen zunehmend vor der Aufgabe, Klimaschutzaspekte in Bebauungsplanverfahren konsequent zu berücksichtigen. § 2 Abs. 4 BauGB und die Anforderungen an ein Umweltgutachten verlangen eine fundierte Klimawirkungsanalyse, um die Umweltauswirkungen geplanter Vorhaben zu bewerten. RITTWEGER und TEAM hat die Stadt Weinheim bei der Modellierung der zu erwartenden Treibhausgasemissionen des geplanten Gewerbegebiets „Hintere Mult“ unterstützt. Das Ergebnis versetzt die Stadt in die Lage, die städtebauliche Entwicklung mit den Zielen des kommunalen Klimaschutzes abzustimmen und den Bürgerdialog auf einer transparenten Datengrundlage zu führen.
CO₂-Emissions-Modellierung für kommunale Bebauungsplanung
Statt wie üblich vergangenheitsbezogene Klimabilanzen zu erstellen, wurde in diesem Projekt ein zukunftsorientiertes Verfahren angewandt: die Modellierung der zu erwartenden Treibhausgasemissionen eines noch nicht realisierten Gewerbegebiets. Da konkrete Nutzungsszenarien fehlten, galt es, auf Basis fundierter Annahmen ein Prognosemodell zu entwickeln, das Bau-, Betriebs- und Verkehrsemissionen realistisch abbildet.
Grundlage war der in der kommunalen Klimabilanzierung etablierte BISKO-Standard mit territorialem Bilanzierungsansatz. Die berechneten Werte wurden einem Basisszenario der aktuellen landwirtschaftlichen Nutzung gegenübergestellt. So ließ sich die klimarelevante Veränderung der Flächennutzung klar beziffern und als belastbare Entscheidungsgrundlage in die Bauleitplanung integrieren.
Unsere Leistungen im Projekt
- Entwicklung eines robusten Prognosemodells zur Abschätzung künftiger Treibhausgasemissionen des geplanten Gewerbegebiets
- Recherche zahlreicher belastbarer Emissionsfaktoren und Berechnungsgrundlagen (z. B. für Baumaterialien, Gebäudetypen, Verkehr)
- Ermittlung und Bewertung von Bau-, Betriebs- und Verkehrsemissionen auf Basis realistischer Annahmen
- Ableitung einer quantifizierbaren Klimawirkung im Vergleich zum Basisszenario
- CO2-Bilanzierung (CO2e) für Unternehmen, Kommunen, Produkte und Gebäude
- Nachhaltige Stadtentwicklung
BISKO Standard – Bilanzierungssystematik Kommunal
BISKO ist ein bundesweit etablierter Standard zur systematischen, konsistenten und vergleichbaren Erfassung kommunaler Treibhausgas¬emissionen. Er wurde im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative entwickelt und wird vom Umweltbundesamt unterstützt.
Kommunen können mit BISKO verbindlich eine territoriale Klimabilanz erstellen – eine Übersicht über alle THG Emissionen, die innerhalb des Stadt- oder Gemeindegebiets entstehen, u.a. als Nachweis für ihre Pläne Klimaneutralität zu erreichen.
Der Standard umfasst:
- Klare Bilanzstruktur: Sektorale Aufteilung (z. B. Haushalte, Gewerbe, Verkehr), Energieträger und Nutzung des Endenergieprinzips
- Datengüte: Jede Quelle wird nach Zuverlässigkeit klassifiziert (Klassen A–D), was Transparenz bei der Bewertung schafft
- Aktuelle Emissionsfaktoren: Regelmäßige Aktualisierung für stationäre Bereiche und den Verkehrssektor durch Expert*innen und Behörden
Mit BISKO erhalten kommunale Klimamanager und Fachverwaltungen eine verlässliche, standardisierte Grundlage für Klimabilanzen und strategisches Klimaschutzmanagement.
Häufige Fragen zur CO2-Emissionen (FAQ)
Was bedeutet CO₂-Bilanzierung im B-Plan Verfahren?
Welche Anforderungen stellt das BauGB § 2 Abs. 4 an die CO₂-Bilanzierung?
- eine Bestandsaufnahme des aktuellen Umweltzustands (Basisszenario),
- die Prognose der Entwicklung ohne Umsetzung des Vorhabens,
- die Prognose der Entwicklung mit Umsetzung, einschließlich Bau- und Betriebsphase,
- sowie die Darstellung der Klimafolgen, insbesondere Art und Menge der CO₂-Emissionen und die Anfälligkeit des Projekts gegenüber Klimawandelfolgen.